Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for Februar 2015

In unseren Ställen kümmern wir uns um zwei verschiedene Rassen, die unterschiedlicher nicht sein können. Zum Einen die Rasse mit dem Namen „Lakenfelder“, bei ihnen handelt es sich um eine alte Landhuhnrasse, die auf der Roten Liste der Nutztierrassen steht. Sie ist seit mehr als 150 Jahren eine eigenständige Rasse. Schon um 1840 wurde sie in Westfalen, Hannover und den Niederlanden gehalten. Sie ist mittelgroß. Charakteristisch sind der schwarze Hals und die schwarzen Schwanzfedern und im Kontrast dazu das reine Weiß des Körpergefieders.

Lakenfeldhuhn

Lakenfeldhuhn

Beim längeren Umgang mit den Lakenfeldern merkt man, wie schon früher beschrieben, dass sie zwar stets neugierig sind, aber es nicht so gerne haben, wenn ein Mensch im Stall ist, und unruhig werden. Seit 2005 hält die Natur-Schule Grund Lakenfelder. Damals waren es ein Hahn und vier Hennen, mit denen im darauffolgenden Jahr eine erfolgreiche Nachzucht möglich war. Und seitdem kommen gerade zur Brutzeit im April immer besonders viele Besucher, um die Küken zu bestaunen und etwas über Küken, ihre Aufzucht und die Hühner zu erfahren. Naja, oder hauptsächlich um die Küken zu sehen. Die Lakenfelder sind nicht mehr in der Lage selber zu brüten. Sie befruchten jedoch die Eier, sodass wir sie im Brutkasten dann ausbrüten können. Diese Attraktion zieht jedes Jahr über 650 Leute zur Natur-Schule Grund.

Zwerg-Cochin

Zwerg-Cochin

Die zweite Rasse, um die wir uns täglich kümmern, ist die alte chinesische Zwerghuhnrasse mit Namen „Zwerg-Cochin“. Auf den ersten Blick erinnern sie an eine Kugel mit Schnabel, Füßen und Federn. Sie haben kleine Federpuscheln an den Krallen. Ganz anders als die Lakenfelder können die Zwerg-Cochins neuen Besuch gar nicht abwarten und stehen schon neugierig an der Türe des Stalls.
Betritt man dann den Stall, ist man direkt umzingelt und alles wird angepickt!! Die Schuhe, die Hose, der Handschuh oder irgendwelche Benzel, die heraushängen, einfach alles wird angepickt. Die Zwerg-Cochins lassen sich auch hochheben und werden gerne von Besuchern gestreichelt.

Versorgung der Hühner:

Bei uns steht zwei mal die Woche die Grundreinigung der Ställe an, d.h. Kot und Pflanzenreste werden herausgeholt, und im Hühnerhaus wird neues Einstreu verteilt. Ganz interessant: Hühner scheiden Kot und Harn nicht getrennt voneinander aus.
Täglich werden die Futterbehälter neu aufgefüllt und die Tränken gereinigt. Zu dem frischen Trinkwasser geben wir immer noch einen Schuß Apfelessig hinzu, denn der ist gut für die Darmflora der Hühner. Das Hauptfutter besteht aus verschiedenen Körnern und Pellets. Die Junghühner bekommen zudem Mehl, also gemahlene Körner. Um den großen Nährstoffbedarf der Hühner zu decken, reicht es nicht die Hühner nur mit Körnern zu füttern, da ansonsten Mangelerscheinungen auftreten können. Freilaufende Hühner suchen sich draußen ebenfalls abwechslungsreiche Mahlzeiten zusammen. Neben Körnern essen sie Würmer, Blätter, Beeren, Obst, Insekten, Gras und andere Küchenabfälle. Pro Tag isst ein Huhn ungefähr (aber nach Größe stark unterschiedlich) 120gr Futter und trinkt 250ml Wasser. Wie man erkennen kann, trinken Hühner recht viel (bei einem Gewicht von 2,5kg). Deshalb bekommen unsere Hühner zusätzlich und auch zur Beschäftigung Unkräuter und Pflanzen aus dem Garten, Fallobst und Äste mit frischen Blättern.

Außerdem muss immer wieder Mineralfutter beigemischt werden, da die Verdauung der Hühner der anders funktioniert als zum Beispiel bei uns Menschen: Dadurch, dass Hühner kein Gebiss haben wie wir, sondern einen Schnabel, kann das Futter nicht schon dort zersetzt werden. Es gelangt erst in den sogenannten Kropf, wo das Futter aufgeweicht wird, und danach weiter durch den Drüsenmagen hin in den Muskelmagen. In dem Muskelmagen wird das Essen dann „zerkaut“. Und hier kommt das Mineralfutter ins Spiel. Die dort enthaltenen Steine sorgen mit dafür, dass das Futter zermahlen wird und gleichzeitig sind die Muscheln und Schalen eine wichtige Nährstoffquelle.

Warum hält die Natur-Schule Grund überhaupt Hühner?

Das hat mehrere Gründe: Zum Einen ist es ein Versuch der Entfremdung vor Tieren entgegen zu wirken. Durch die Haltung von Tieren bekommt man ein Gefühl für die Bedürfnisse der Tiere und lernt sie verantwortungsvoll zu versorgen, die Ställe sauber zu halten und sie als Lebewesen zu achten. Durch die Arbeit bei und mit den Tieren erfährt man zudem etwas über ihr Verhalten und merkt, dass nicht alle Tiere gleich sind und gleich reagieren.
Außerdem bekommt man ein Gefühl für seine Lebensmittel und isst bewusster. Landwirtschaft und Tierhaltung sind heutzutage fast vollständig aus der Stadt verdrängt, sodass die Menschen keine Idee mehr davon haben, was sie essen, wie es hergestellt wird, was drin ist und welche Arbeit notwendig ist. Alles Lebensnotwendige bekommt man oft stark verändert vom Ursprungsprodukt eingepackt im Supermarkt. So können sich viele Menschen nicht mehr vorstellen, welche Auswirkungen z.B. das Wetter auf die Ernte hat uvm.

Durch die Haltung und Züchtung von bedrohten Hühnerrassen erbringt die Natur-Schule auch einen wichtigen Beitrag zum Erhalt alter regionaler Rassen und sorgt dafür, dass die genetische Variabilität nicht weiter verloren geht. Es sind schon zahlreiche Haustierrassen ausgestorben und mit ihnen Erbinformationen verloren gegangen. Alte Haustierrassen zeichnen sich jedoch gerade durch gute Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten, Langlebigkeit und hohe Fruchtbarkeit aus. Ihre Produkte haben meist eine höhere Qualität, da sie reichhaltigeres und abwechslungsreicheres Futter und wegen der besseren Gesundheit nicht so viel Antibiotika bekommen. Ihnen wird mehr Zeit gegeben zum Heranwachsen, anstatt sie innerhalb von vier bis sechs Wochen schlachtreif zu mästen. Außerdem stirbt ansonsten das Wissen über die Zucht aus und es gibt keine Mehrfachnutzung der Hühner mehr, d.h. dass sowohl die Eier als auch das Fleisch verwendet werden können.

Advertisements

Read Full Post »

… und er schickt seine erste Vorboten, wie hier zum Beispiel Krokusse:

Vorboten auf den Frühling

Vorboten auf den Frühling

Krokusse am Wegesrand

Krokusse am Wegesrand

Weitere typische Vorboten für den Frühling sind die Schneeglöckchen.

Die Sonne hat immer mehr Kraft und alle Wintervögel haben mit der Balz begonnen. Das ist ein großes Gezwitscher

Read Full Post »

Du interessierst dich für die Umwelt, arbeitest gerne draußen, bist zwischen 16 und 27 Jahre alt und möchtest dich freiwillig engagieren?

Dann wäre vielleicht ein freiwilliges ökologisches Jahr was für dich. Das FÖJ beginnt am 1. August 2015 und geht bis zum 31. Juli des nächsten Jahres.

Das online-Bewerbungsverfahren läuft ab Mitte Februar über die Seite des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR), auf dessen Seite Du alle Einsatzstellen findest. Natürlich auch die Natur-Schule Grund in Remscheid.

Weitere Infos findest du hier:

http://www.njuuz.de/beitrag29091.html

Read Full Post »